Weiterbildung in der Arbeitswelt 4.0

Das Wort „Bildung“ könnte das Wort des Jahres 2018 werden, so titelten manche Tageszeitung in diesem Sommer. Begleitet wurde diese „Bildung“ mit den Begriffen, wie Bildungskrise, Bildungsdialog, Bildungsgipfel. Doch was ist dem der Bildung verwandten Begriff der „Weiterbildung“? Wie ist es um die Qualifizierung der eigenen Mitarbeiter in den Unternehmen bestellt? Es gilt zwar längst nicht mehr „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr“, dennoch:  das Wissen der Mitarbeiter veraltet. 

Wie viel Geld geben deutsche Unternehmen für die Schulung ihrer Mitarbeiter aus?

Mehr als 33 Millionen Euro gaben deutsche Unternehmen für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter im Jahr 2016 aus – oft um sie für die Anforderungen der Digitalisierung fit zu machen. Doch wie sieht es mit der Digitalisierung in der Weiterbildung selbst aus? Zunächst ist es wichtig zu erkennen, dass Menschen auch mit 40 Jahren noch eine neue Ausbildung oder ein neues Studium absolvieren werden, allerdings nichts so komplex und umfassend, wie es heute angelegt ist. Die Aus- und Weiterbildung wird eher modular ausgerichtet und mehr an den aktuellen Bedarf angepasst, so schreibt Markus Koch, Partner von Deloitte in Zürich. 

Prof. Dr. Gunter Olesch, HR-Geschäftsführer beim Elektronik-Konzern Phoenix Contact, ist davon überzeugt, dass die wichtigste Aufgabe zunächst darin besteht, die Mitarbeiter für die Digitalisierung zu begeistern und die diffuse Angst zu nehmen. „Das Management muss Mut vermitteln durch lebenslanges Lernen mit den ständigen Veränderungen umzugehen, dabei offen zu sein und Neugier für die neuen Herausforderungen zu zeigen“, so sagt er. https://www.sueddeutsche.de/app/szbeilagen/nas/sv1/outbox_pdf/Runder_Tisch_Digitale_Arbeit.pdf

Die Digitalisierung in den Unternehmen ist angekommen – doch wie sieht es mit der digitalen Weiterbildung aus?

Viele Unternehmen haben die Digitalisierung bereits in ihrer Unternehmensstrategie integriert bzw. fest verankert, und bieten via E-Learning das angesprochene modulare Konzept an. Spezialisten im E-Learning-Bereich erstellen gemeinsam mit dem Unternehmen Onboarding-Kurse, um direkt alle neuen Mitarbeiter dort abzuholen, wo sie stehen und ein gemeinsames Grundgerüst zu liefern. Der Vorteil: für die neu akquirierten Mitarbeiter entfällt die oft mühsame Suche nach (analogen) Ordnern, in denen die mittlerweile überholten Vorgehensweisen erläutert und Vorlagen sowie Vorgaben abgelegt wurden. Sie erhalten auf moderne, aktuelle und unterhaltsame Weise das neueste Unternehmenswissen präsentiert. Die Lerninhalte werden somit zu Lernerlebnissen. Die digitalen Lernformate sind einfach und bequem zu jeder Uhrzeit und an jedem Ort von jedem Mitarbeiter umzusetzen und das Schöne: die Mitarbeiter können selbst ihren Lernfortschritt testen und bei Bedarf so oft, wie sie wollen, wiederholen. Lernerlebnisse werden auch dadurch geschaffen, dass auf die verschiedenen Lerntypen bzw. -techniken eingegangen und angewendet werden. Interessant und wert es zu fördern, ist das Social-Learning, denn ein entscheidender Punkt kommt noch hinzu: Lernen in der neuen Arbeitswelt 4.0 setzt das Arbeiten in einer Gemeinschaft, den Austausch in einer Gruppe, das Netzwerken oder die Auseinandersetzung mit Experten voraus. Schaffen die Unternehmen mit ihren Führungskräften ein Umfeld, in dem der Austausch und das gemeinsame soziale Lernen auf dem Programm stehen, dann steht der Weiterbildung nichts mehr im Weg.

Wie schaffen Inhaber, Unternehmensgründer, Personalverantwortliche sowie Fach- und Führungskräfte eine Atmosphäre des kollaborativen Lernens und einer sozialen Lernkultur?

Das Magazin managerSeminare bietet in seiner Dezember-Ausgabe 2018 dazu einige Anregungen:

Idee 1

Menschen tauschen sich gerne aus und die Zeiten von Herrschaftswissen sind vorbei. Nutzen Sie dies, indem Sie ihre Mitarbeiter ermutigen, sich austauschen und die Erlebnisse miteinander zu teilen

Idee 2

Eine Unternehmenskultur, in der die persönliche, wertschätzende und wohlwollende Rückmeldung an der Tagesordnung ist, inspiriert die Menschen sich gegenseitig zu fördern und zu inspirieren. Fördern Sie diese Kultur und heißen Sie jede Lernchance willkommen

Idee 3

Beziehen Sie alle Mitarbeiter ein und zeigen Sie Ihre Ergebnisse und Ziele. Das motiviert und lädt die Mitarbeiter ein, sich zu beteiligen und sich gemeinsam weiterzuentwickeln.

Idee 4

Entwickeln Sie neben der wertschätzenden Feedback-Kultur auch eine Lernkultur, denn in dieser zeigt sich in Ihrem Unternehmen der Umgang mit dem Wissen und die Einstellung gegenüber dem Lernen.  Nachhaltig wird die Lernkultur, wenn Sie Ihre Mitarbeiter einbeziehen und Ihnen Entscheidungsmöglichkeiten einräumen.

Idee 5

Bei gemeinschaftlichem E-Learning kommt irgendwann die Frage auf, wann das Lernen stattfinden soll, besonders da das digitale Lernen einfach und bequem zu jeder Uhrzeit und an jedem Ort von jedem Mitarbeiter zu erleben ist und leicht die analogen Lernformate verdrängt. Vermitteln Sie den Mitarbeitern, dass Sie jetzt nicht ständig lernen „müssen“, sondern vereinbaren Sie einen Zeitrahmen oder eine Zeit: wöchentlich ca. 4 Stunden oder jeden Freitagnachmittag.

Idee 6

Verwenden Sie Ihr bestehendes soziales Intranet oder eine andere kollaborative Software und kommunizieren Sie als Vorreiter öffentlich. Sie ermutigen die Mitarbeiter, Ideen, und Erfahrungen, Artikel, Links oder Beiträge einzubringen und zeigen so, wie erfolgreich das voneinander Lernen ist.  

Idee 7

Unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter, sich mit hochwertigen Kontakten und Inhalt zu beschäftigen und ihre Lernzeit verantwortungs- und sinnvoll zu nutzen und schränken den Gebrauch von öffentlichen sozialen Medien nicht ein.

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