Was ist digital möglich und sogar von Vorteil, wenn wir an die Generation Z denken?

Leise oder Laut arbeiten? Was hat das zu bedeuten?

Nicht nur wenn es um junge Mitarbeiter geht, ist es gut, wenn wir eine Kultur in den Unternehmen schaffen. Das gemeinsam angehäufte Wissen nicht nur weiter sammelt, sondern miteinander teilt. Zu dieser Idee hat der Amerikaner John Stepper vor acht Jahren bereits geschrieben. In seinem Zirkel unter dem Namen: „Working out Loud (WOL)“. Dort hat er vorgestellt und gezeigt, wie es geht, in fünf einzelnen Prinzipien, sich miteinander weiterzuentwickeln. 

Die Idee dahinter: Die eigene Arbeit und das eigene Wissen sichtbar machen, damit alle davon profitieren können. Im Jahr 2015 veröffentlichte John Stepper seine Weiterentwicklungen aus diesem Bereich in einem Buch: „Working Out Loud: For a better career and life“. Auf seiner Webseite stellt er den Zirkel in unterschiedlichen Sprachen zur Verfügung – lizenziert unter der Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International License. Sie können es ohne Veränderung nutzen und teilen.

In der Zwischenzeit arbeiten Menschen und Unternehmen in ca. 42 Ländern mit WOL, vor allem in den USA, Deutschland, Großbritannien, Brasilien und China.

Ursprünglich hat Bryce Williams 2010 die Idee aufgegriffen, man solle doch nicht nur seine Arbeit erledigen, sondern auch Andere daran teilhaben lassen, damit alle zusammen dabei lernen und besser werden. Soziale Netzwerke und Kollaborationsumgebungen seien Werkzeuge hierfür, um sich aktiv einzubringen.

Wie funktioniert Working Out Loud?

Hier finden sich ganz kurz und knapp die Grundlagen für die Arbeitsweise Working Out Loud:

  • Jeder wählt sein eigenes Ziel aus
  • Das Ziel ist vertraulich, damit jeder die Gewissheit hat, dass es im internen Kreis bleibt und somit die Chance hat, Dinge auszuprobieren
  • 4-5 Teilnehmer nehmen an einem Circle teil, dadurch halten sich Diskussionen und Taten die Waage
  • 12 einstündige Sitzungen fördern die Entwicklung und das Üben neuer Gewohnheiten
  • In kleinen Schritten werden Fortschritte erreicht und Vertrauen aufgebaut.
Warum ist Working Out Loud so attraktiv?

„Working Out Loud ist ein Weg, um Beziehungen aufzubauen, die dir auf verschiedene Weise helfen können, ein Ziel zu erreichen, eine Fertigkeit zu entwickeln oder ein neues Thema zu erforschen. Anstatt sich zu vernetzen, um etwas zu bekommen, investierst du in Beziehungen, indem du im Laufe der Zeit Beiträge leistest, einschließlich deiner Arbeit und Erfahrungen, die du sichtbar machst“, so schreibt es der Autor in seiner öffentlich zugänglichen Publikation

Welche Prinzipien werden angesprochen, um WOL erfolgreich umzusetzen?

  • Beziehungen
  • Großzügigkeit
  • Sichtbare Arbeit
  • Zielgerichtetes Verhalten
  • Wachstumsorientiertes Denken

Auch in Deutschland gibt es unter dem Namen WOLCoP – Working Out Loud Community of Practise einen Zusammenschluss von Unternehmen wie z.B. AUDI, BMW, Bosch, Continental, Daimler, Deutsche Bank, Telekom und Siemens, die in dieser Form miteinander arbeiten. Sie haben für die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit und den Austausch im Jahr 2017 den HR-Excellence-Award in der Kategorie Mitarbeiterengagement und Collaboration erhalten.

Ein Form der Zusammenarbeit mit der Generation Z

Die Einarbeitung neuer Mitarbeiter in Unternehmen, lässt sich sehr gut bzw. perfekt durch E-Learning-Formate und digitale Lernplattformen in kollaborativer Zusammenarbeit – der Kernbotschaft von Working out loud, mit Kollegen untereinander, lösen. Die Generation Y und die Generation Z, die mit sozialen Netzwerken groß geworden sind, sind es gewohnt, Dinge miteinander zu teilen, warum also nicht auch Wissen, Lerninhalte und Einarbeitungsprogramme für neue Mitarbeiter und Talente. Das ist die Form der Zusammenarbeit – nicht der Zukunft, sondern von heute.

Was heißt kollaborativ konkret?

Der Ursprung von kollaborativ stammt aus dem Lateinischen, kommt von „laborare“, was mit „arbeiten“ übersetzt wird.  Zusammen mit der Vorsilbe „co“ wird es zu „mitarbeiten“ bzw. Zusammenarbeit zwischen Personen oder Gruppen von Personen.

Historisch gesehen, ist der Begriff negativ besetzt, denn er steht zu Zeiten des Krieges oder der Besatzung für die Zusammenarbeit mit dem Feind.

Wertfrei wird der Ausdruck Kollaboration unter anderem in den Wirtschaftswissenschaften verwendet. In diesem wertfreien Sinn ist der Begriff auch im Englischen und Französischen geläufig. Gemeint ist hier allgemein eine Form der Kooperation oder Zusammenarbeit. Eine Erweiterung ist die kollaborative Robotik, eine Bezeichnung, die für die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter steht. https://de.wikipedia.org/wiki/Kollaboration

Im Bereich des E-Learnings ist mit Kollaboration gemeint, dass sich verschiedene Nutzer zusammentun können, um gemeinsam an einer Sache zu arbeiten oder sich miteinander vernetzen, um sich dann z. B. über die Lerninhalte auszutauschen.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.