Neue Position ausgeschrieben, Bewerbungsgespräche geführt, Vertrag unterschrieben. Alles ist perfekt? Wichtig ist, nach der Rekrutierung eines neuen Mitarbeiters oder mehrerer Mitarbeiter ist vor dem Onboarding. Diese wichtige Phase des Ankommens in ein neues Unternehmen und Einarbeitens eines neuen Teamkollegen sollte nicht unterschätzt werden.

Denn genau in dieser Phase steht und fällt die Entscheidung des neuen Talents, ob es sich im neuen Unternehmen engagiert, oder ob es den Betrieb während der Probezeit wieder verlässt. In einem früheren Beitrag haben wir ein Einarbeitungskonzept bereits beschrieben.

Ein erfolgreiches Recruitement gliedert sich in drei Zeitstufen:

  1. Vorbereitung
  2. Orientierung
  3. Integration

Wo wir gerade beim Thema Einarbeitung sind. Haben Sie auch schon einmal von solchen „Geschichten“ gehört, wie neue Mitarbeiter angeblich aufgenommen werden:

Ein Neuling tritt durch die Tür, der Chef ist zum Kundentermin, keiner ist informiert, niemand kennt den Namen des Neuen. Ein Büro wurde zwar vorgesehen, doch noch kein Rechner eingerichtet, ihm kein Mentor zur Seite ge- und auch kein Einarbeitungsplan erstellt etc. Eine Checkliste zur Hilfestellung für die Einarbeitung findet sich hier.

Diese Beispiele ließen sich unendlich weiter fortsetzen:

  • Empfang: „Wer sind Sie nochmal? Mir hat mal wieder niemand Bescheid gegeben…“Der Kollege, der den Neuen am Empfang abholt in ein unaufgeräumtes und unordentliches Büro bringt:
  • „Wir hatten leider keine Zeit. Für den Anfang müssen Sie mit diesem Kompromiss leben“

Oder ein weiterer Kollege, der dem Neuen alles zeigen soll:

  • „Dafür bin ich eigentlich nicht zuständig, aber einer muss es ja machen.“

Sie denken, das gibt es doch nicht mehr in Deutschland? Schließlich heißt es doch immer, die Mitarbeiter sind das wichtigste Gut. „Ja, dennoch…“ könnte hier sofort ergänzt werden.

Ist es da ein Wunder, dass 15{ca63e14883e323409bdf30af9c0915af2142623beed7cd00126ae1716c70074f} aller Neuankömmlinge bereits am ersten Tag an Kündigung denken?

Bei Führungskräften ist die Fluktuation sogar noch deutlich höher: in den ersten 18 Monaten kündigen sie, wenn die Willkommensphase nicht stimmte.

So geben 59{ca63e14883e323409bdf30af9c0915af2142623beed7cd00126ae1716c70074f} der befragten Personaler in einer Studie zum Thema Onboarding an, dass mit einem besseren Onboarding-Prozess, die Anfangsfluktuation verringert werden kann.

Hier ein Beispiel für eine gelungene Phase des Ankommens:

Der neue Mitarbeiter betritt den Empfangsbereich seines neuen Arbeitgebers und wird mit Namen, Handschlag und einer konkreten Wegbeschreibung, wie er zu seinem Arbeitsplatz kommt, willkommen geheißen. Oder der Mentor, der ab jetzt neudeutsch sein „Buddy“ ist, wird herbeigerufen und der neue Mitarbeiter wird in die Obhut des Mentors gegeben. Er ist der persönliche Ansprechpartner für die nächste Zeit und steht dem Neuling mit Rat und Tat zur Seite. Der Mentor begleitet das neue Talent an seinen Arbeitsplatz, der Computer ist eingerichtet, ein Willkommensgruß ist vorbereitet und die Visitenkarten liegen bereits fehlerfrei gedruckt vor.

Nach einer kurzen Vorstellung mit Small Talk geht es zum ersten Willkommensrundgang durch das Unternehmen. Zunächst wird das Büro des Chefs angesteuert, der den Neuling mit Handschlag und einem freundlichen Lächeln begrüßt. Von dort aus geht es weiter zum Team und den anderen Abteilungen.

Im Laufe des Tages gibt es die Gelegenheit, die anderen neuen Talente aus den verschiedenen Abteilungen kennenzulernen. Oder an dieser Stelle kommt der Chef hinzu und nimmt sich die Zeit, alle neuen Mitarbeiter persönlich zu begrüßen und willkommen zu heißen.

Der Ansprechpartner im Recruitment

Es gibt einen Ansprechpartner für alle Neulinge, und alle haben die Chance, sich untereinander vorzustellen und sich zu beschnuppern. Schließlich rundet ein gemeinsames Mittagessen oder Nachmittgaskaffee den ersten Tag des Kennenlernens ab.

Im Vorhinein wurden bereits die administrativen Dinge erledigt, wie die Kontoverbindung für die Gehaltsüberweisungen und die Krankenkassenbescheinigung, damit sich der Neue bei seiner Ankunft im Unternehmen voll und ganz auf sein neues Umfeld konzentrieren kann.

Ebenfalls in der so wichtigen Vorbereitungsphase wurden den Neuankömmlingen bereits Unterlagen zu den Themen, wie Werte, Leitbild, Vision und Organigramm zugesandt. Dabei wurden die Mitarbeiterprogramme innerhalb des Unternehmens vorgestellt sowie die Auflistung aller Anlaufstellen und Ansprechpartner.

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